Willkommen zur Folge 213! Wir lassen das Roggenfeld hinter uns und widmen uns der schottischen Brennerei Loch Lomond, ihrem großen Rebranding (der neue Platzhirsch im Regal?) und werfen einen fast schon intellektuellen Blick auf die Destillations-Technik. Christian erklärt uns den Unterschied zwischen “Swan Neck” (Zauberhut) und “Straight Neck” (Milchshake-Becher) Pot Stills, während Hendrik uns in die Geheimnisse der “Reste-Rampe” alias reaktivierter Fässer (Rejuvenated Casks) einweiht.
Im Glas haben wir zuerst den Loch Lomond Steam & Fire. Der überrascht uns massiv! Statt schwerem Rauch liefert er ein schottisches Frühlingserwachen mit einer extremen Zitrus-Frische, die uns sofort an Bitter Lemon ohne Kohlensäure erinnert. Ein echter “Drei-Wetter-Whisky” – der Gaumen hält!
Kandidat Nummer zwei ist der Loch Lomond 12 Jahre aus der Core-Range. Trotz “perfectly balanced”-Versprechen und edlem Platzhirsch-Etikett wird es hier wild: Die Assoziationen am Tisch reichen von Holsteiner Brie über morsches Holz bis hin zu feuchtem Rindenmulch. Das neu reaktivierte Holz hat hier definitiv seine ganz eigenen Spuren hinterlassen.
Ob man Whiskyflaschen eigentlich als Buchstützen verwenden sollte und ab wann man Tickets für Silvis Gläser-Konzert kaufen kann, erfahrt ihr in dieser Folge!
Unsere Schotten im Glas
- Loch Lomond Steam & Fire (46 %)
- Loch Lomond 12 Jahre (46 %)
Loch Lomond Steam & Fire
- Süßes Frühlingserwachen
- Frische Gräser und Kräuter
- Duft nach Zitronenkuchen
- Angenehme Vanillesüße
- Starke, zuckrige Süße
- Intensive Zitrus-Noten
- Bitter Lemon ohne Kohlensäure
- Sanfte, pfeffrige Schärfe
- Langanhaltend und frisch
- Zartbittere Röstaromen spürbar
- Warme Eichenwürze
Loch Lomond 12 Jahre
- Leichter Sherry-Muff
- Anklänge von Holsteiner Brie
- Schwer und erdig
- Dezente Vanillesüße
- Süßer, runder Antritt
- Schwache Toffee-Noten
- Dominantes, altes Holz
- Eher wie Rindenmulch
- Holzig und schwer
- Noten von morschem Holz
- Sehr eigenwilliges Finish