Chicago brennt wieder. Diesmal allerdings ganz legal – und vor allem nicht die halbe Stadt, sondern Whisky.
In Folge 228 landen wir in der Windy City, wo Feuer, Prohibition, Al Capone und Whisky ohnehin schon genug Stoff für eine etwas längere Geschichtsstunde liefern. Nach dem großen Brand von 1871, einem mächtigen Whisky-Trust und schließlich der Prohibition verschwand die legale Brennereikultur aus Chicago für Jahrzehnte fast vollständig. Erst 2008 änderte sich das wieder: Robert Birnecker und Sonat Birnecker Hart gründeten Koval und eröffneten damit die erste legale Brennerei innerhalb der Stadtgrenzen seit dem Ende der Prohibition.
Auf dem Tisch stehen diesmal zwei Bourbons mit derselben Herkunft, aber ziemlich verschiedenen Reisewegen. Der Koval Single Barrel Bourbon Whiskey kommt regulär aus Chicago und bringt 47 Prozent mit. Daneben steht eine Chicago’s Finest Small Batch-Abfüllung mit 41 Prozent, die Christian eher zufällig bei vomFASS entdeckt hat – zwischen Essig, Öl, Nudeln und kleinen Fässern, aus denen direkt abgefüllt wird. Natürlich führt das sofort zu der Frage, wie lange so ein Whisky dort eigentlich noch weiter im Fass liegt.
Bei Koval selbst landen wir anschließend beim sogenannten Hard Cut. Die Brennerei arbeitet mit einem vergleichsweise engen Mittellauf und erledigt Mahlen, Maischen, Brennen und Reifen selbst. Dazu kommen Bio-Getreide und kleinere Fässer aus amerikanischer Weißeiche.
Und dann taucht plötzlich Hirse auf. Der Single Barrel besteht nämlich aus 51 Prozent Mais und 49 Prozent Hirse. Nach 228 Folgen schaffen wir es also immer noch, bei einem Bourbon kurz verwirrt auf die Zutaten zu schauen und anschließend wieder bei Prozenten, Getreidesorten und alten Rye-Diskussionen zu landen.
Chicago brennt also wieder.
Ganz legal.
Grab the Glass!
Heute brennt’s ganz legal
- Koval Single Barrel Bourbon Whiskey
- Koval „Chicago’s Finest“ Small Batch Bourbon Whiskey