Was sind Whisky Notes?
tasting notes

Dunkle Schokolade? Helle Früchte? Bacon? Oder im schlimmsten Fall – verbrannte Autoreifen? Das Netz ist voll damit, aber was sind Whisky Notes eigentlich? Bekannt sind sie auch unter dem Begriff Tasting Notes. Kann ein alkoholisches Getränk nach Schokolade schmecken, obwohl es gar nicht daraus besteht? Und wie sicher sind sich die Leute bei dem, was sie in den Notes angeben? Ein kleiner Erklärungsversuch.

Verschiedene Sinneseindrücke

Whisky Notes gibt es für fast jeden Whisky, ob im Internet oder sogar schon direkt auf der Verpackung. Sie sollen ein grundsätzliches Bild der wahrnehmbaren Elemente der Spirituose wiedergeben. Hier wird der logischen Abfolge bei einem Whisky Tasting entsprochen. Nach dem Einschenken wird mit der Betrachtung von Farbe und Viskosität – der Stufe der Zähflüssigkeit des Whiskys im Glas – gestartet. Die Farbe spielt zwar eine Rolle, findet aber keinen Einlass in die Notes und wird in den meisten Fällen separat beschrieben. Denn primär geht es um das, was sich in Mund und Nase abspielt.

Nose first

Doch zuerst kommt der Geruch. Er wird in den Whisky Notes häufig mit dem Vermerk “Nase/Nose” eingeleitet. Hier sind der Bandbreite kaum Grenzen gesetzt. Von maritimen Noten, Butter und Orangenmarmelade bis hin zu Toffee, Datteln und Limetten ist alles denkbar. Umso besser der Alkohol durch den Produktionsprozess im Whisky eingebunden ist, umso leichter lassen sich die individuellen Züge erkennen. Das bedeutet allerdings nicht, dass man keine Chance hat, hinter einen etwas stärker ausgeprägten Alkoholgeruch zu kommen. Manchmal helfen ein Schwenken und das anschließende Ruhen im Glas. Und in einigen Fällen kann ein Wechsel des Glases – hin von Nosing zu Tumbler – weitere oder andere Aromen offenbaren.

Taste second

Aber kommen wir zum Hauptakt – dem Geschmack. In Tasting Notes natürlich mit “Geschmack” oder “Taste” angegeben oder unterteilt in “Body” und “Palate”.

Der Grund für die gelegentliche Unterteilung ist die getrennte Angabe der Komplexität des geschmacklichen Profils. Der Körper “Body” kann demnach reichhaltig oder einfach gestrickt sein. Vor allem bei längeren Reifungen mit unterschiedlichen Cask Finishes und oder Blends älterer Sorten sind solche komplexen Gesamteindrücke nicht selten zu finden.

Hier spielt wieder die Gesamtverarbeitung eine Rolle. Welches Getreide kam zu Einsatz, wurde es gemälzt, in welchen Fässern und wie lange der Whisky in jedem Einzelnen gelagert wurde und vor allem auch wo.

Es gibt aber noch eine Vielzahl weiterer Faktoren. Die Herkunft bestimmter Geschmäcker kann sowohl vielfältig als auch einfach sein. In Irland wird beispielsweise ein Whisky hergestellt, dessen Fässer mit verbranntem Seegras ausgekohlt werden. Diese Noten kann man zweifelsfrei in Geruch und Geschmack wiederfinden – auch wenn sie nicht unbedingt jedermanns Sache sind. Hinzu kommt ein nochmaliges Prüfen der Zähflüssigkeit mit der Zunge. Ist es mehr ein normales Gefühl, das eher an Wasser erinnert oder kann eine gewisse Öligkeit wahrgenommen werden, wenn sich der Whisky im Mund ausbreitet? Diese und weitere Eindrücke werden im Abschnitt Geschmack beschrieben.

And Finish

Last but not least – das “Finish”. In deutschen Whisky Notes mit “Abgang” umschrieben. Was merke ich im Moment des Hinunterschluckens und danach. Verbleibt ein dominanter Geschmack im Mund? Einige der häufigeren Noten sind Würze, Holz, aber auch Alkohol, der zum Vorschein tritt. Das Ende kann zudem ebenfalls sanft oder stark, aber auch kurz oder lang sein. Im besten Fall sollte ein angenehmes, lang anhaltendes Geschmackserlebnis im Mund verbleiben, was dem Genuss des Whiskys die Krone aufsetzt.

Grundsätzlich können unterschiedliche Personen beim gleichen Whisky verschiedene Aromen wahrnehmen. Genauso kann ein Experte noch differenzierte Noten erkennen, die dem Laien vielleicht für immer verborgen bleiben. Die Basis sollte aber übergreifend gleich sein. Manchmal hilft das Hinzufügen von einigen Tropfen Wasser, die Wahrnehmung weiterer Elemente für Mund und Nase zu ermöglichen. Vor allem bei teureren Anschaffungen sollte man neben den Tasting Notes nach Möglichkeit zuerst eine Probe des Whiskys kaufen, bevor man sich letztendlich entscheidet.

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