Wer sich Whiskyflaschen ein wenig genauer ansieht, wird auf den meisten Etiketten einen bemerkenswerten Hinweis finden. Der Zusatz „Nicht kühlgefiltert“ oder „Non chill filtered“ klingt zunächst merkwürdig. Warum sollte ein Hersteller auf seinem Produkt aufführen, was NICHT getan wurde? Wird als nächstes Tiefkühlobst mit dem Zusatz „Nicht geröstet“ versehen? Dieser Hinweis hat einen wichtigen Hintergrund. Also was bedeutet es, wenn ein Whisky non chill filtered oder chill filtered ist?

Kühlfiltration, damals Status Quo

Was hat es also wirklich mit diesen ominösen Hinweisen auf Whiskyflaschen auf sich?

Die Popularität, vor allem des schottischen Destillats, nahm zu Beginn des 20. Jahrhunderts stark zu. Um der Nachfrage gerecht zu werden, wurde ein neues Verfahren zur Filterung des Whiskys entwickelt. Bei Abfüllungen von Whisky mit geringerem Alkoholgehalt als 46 % wurde bevorzugt dieses Verfahren eingesetzt. Warum war eine neue Filtermethode notwendig?

Schottischer Nebel

Whisky oder Whiskey enthält normalerweise Proteine, Fette und weitere Stoffe, die bei Zimmertemperatur nicht sichtbar sind. Fällt seine Temperatur jedoch auf einen Wert zwischen 0 °C und 4 °C, kann es zu Ausflockungen dieser Schwebeteilchen kommen. Es tritt dann der sog. „Scottish Mist“ oder „Schottische Nebel“ ein, der eine Trübung des Destillats zur Folge hat. Wird die Temperatur des Whiskys wieder erhöht, verschwindet dieses Phänomen wieder und er wird genau so klar wie vorher.

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Dennoch fürchteten Kunden und Liebhaber der damaligen Zeit um die Qualität des Produktes und vermuteten sogar, es sei verdorben. Die Getränke konnten so weder den Gästen angeboten noch zugemutet werden.

Die Lösung dieses Problems sollte daher die „Kühlfilterung“ bringen. Mit der Kühlfilterung konnten diese unerwünschten Stoffe zum Abschluss des Produktionsverfahrens aus dem Whisky gefiltert werden, sodass der Scottish Mist nicht mehr auftreten würde.

Vom Qualitätsmerkmal zum Makel

Es wurde begonnen, den Hinweis „Kühlgefiltert“ auf die Etiketten zu drucken. Dieser Vermerk galt für eine Weile als Qualitätsmerkmal, welches viele Menschen ansprach.

Allerdings formierte sich bald schon eine Gegenbewegung zu diesem Verfahren. Die Entfernung der Stoffe sei ihrer Ansicht nach ein Qualitätsverlust. Es sei eine Verfälschung des Originalproduktes und brächte vor allem eine Verfälschung des Geschmacks mit sich, so hieß es.

Mit der Zeit erhielt dieser Gedanke mehr und mehr Gewicht unter Whiskyliebhabern und Kennern, sodass sich schließlich das Qualitätsmerkmal zu einem Makel wurde.

Qualitätsmerkmale ändern sich

Heute weisen viele Hersteller ihre Produkte mit dem Aufdruck „Non chill filtered“ aus. Dieser Aufdruck gilt heute für ein unverfälschtes Destillat und wird als Qualitätsmerkmal angesehen. Der Begriff „nicht kühlgefiltert“ steht außerdem für die Rückkehr zu einer traditionellen Produktion des Whiskys.

Es ist nach heutigen Standards nicht zweifelsfrei nachweisbar, dass eine Kühlfilterung tatsächlich die Qualität des „Aqua-Vitae“ beeinträchtigt oder sogar mindert. Sogar mit Blindverkostungen konnten selbst Fachleute keinen eindeutigen Unterschied zwischen einem Whisky, der kühlgefiltert wurde und einem, der nicht kühlgefiltert wurde.

Da ihr als Leser jetzt den Unterschied zwischen Chill- und Non Chill filtered Whisky kennt, ist es euch überlassen, selber einmal zu probieren, was euch besser schmeckt. Findet ihr heraus, welcher Whisky eine bessere Qualität besitzt?

Am Ende ist es natürlich eine reine Geschmacksfrage. „Grab the Glass“

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