Mit Folge 112 – In Whisky Veritas stellen wir euch zwei interessante Wein-Fassreifungen vor – na ja, zugegeben, eine ist relativ verbreitet. Deshalb spannen wir euch auch gar nicht so lang auf die Folter. Die beiden Kandidaten kommen aus Schottland und ja, in anderen Worten und zum x-ten mal in der Geschichte von Grab The Glass: Christians Lieblingsland. Er hat den heiligen Gral eben gepachtet. Die Destille Glen Moray, gelegen im idyllischen Elgin im Norden der Speyside, produziert etwa 2,3 Mio. Liter pro Jahr. Apropos Speyside. Das lässt zumindest jetzt schon erahnen, dass es sich höchstwahrscheinlich nicht um rauchige, bzw. torfige Abfüllungen handelt. Silvi kann also aufatmen, während Hendrik mal wieder an der Recherche verzweifelt – seid gespannt, was wir dieses Mal wieder probieren.
Nachreifungen aus dem Weinfass
- süßlich fruchtig
- Noten von Malz
- Vanille & Karamell
- Rosinen
- Honig & Orangenmarmelade
- sanfte Eichenwürze
- süßliche Vanille
- Rosinen & Trockenfrüchte
- ein Touch Orange
- trockene Würze von Eichenholz
- mittellanger Nachhall
- etwas trockene Eichenwürze
- ein wenig Vanille
- Trockenfrüchte
- sehr Frisch
- fruchtiger Apfel
- Bonbons mit Zimtzucker
- Zitronenkuchen
- weich
- Karamell & Vanille
- Nussaromen
- elegante Weinaromen
- nussige Vanille
- weiche Zimtwürze
- leichte Floralnoten
Destillerie(n) der Folge im Überblick
Glen Moray
Inhaber
La Martiniquaise-Bardinet
Gründungsdatum
1897
Ø Liter Whisky pro Jahr
ca. 6.500.000 Liter
Master Distiller
- Stephen Woodcock (Head of Whisky Creation)
Dauerbrenner (Core Range)
- Glen Moray Elgin Classic Peated
- Glen Moray Elgin Classic Sherry Cask Finish
- Glen Moray Elgin Classic Port Cask Finish
- Glen Moray 12 Year Old
Die Geschichte der Glen Moray Destillerie beginnt im Jahr 1897, als die ehemalige Elgin West Brewery am Ufer des Flusses Lossie zu einer Whisky-Destillerie umgebaut wurde. Wie viele andere Destillerien erlebte auch Glen Moray eine wechselhafte Anfangszeit und musste bereits 1910 die Tore wieder schließen. 1920 wurde sie von Macdonald & Muir (den damaligen Eigentümern von Glenmorangie) erworben und diente über Jahrzehnte hinweg hauptsächlich als Arbeitstier für die Produktion von Malt Whisky für Blends wie “Highland Queen”. Erst im Jahr 2008, mit dem Verkauf an das französische Unternehmen La Martiniquaise-Bardinet, begann der Aufstieg von Glen Moray als eigenständige Single-Malt-Marke. Diese Übernahme führte zu erheblichen Investitionen und einer Neuausrichtung der Marke.
Glen Moray ist berühmt für ihre Pionierarbeit im Bereich der Fassreifung und des “Finishings”. Schon lange bevor es zum Trend wurde, experimentierten die Brennmeister von Glen Moray mit einer Vielzahl von Weinfässern, darunter Chardonnay und Chenin Blanc. Diese Tradition wird heute fortgesetzt und ist das Herzstück der Marke. Die “Elgin Classic” Serie bietet eine breite Palette an verschiedenen Fass-Finishes, die den zugänglichen, leichten und fruchtigen Speyside-Charakter des Destillats auf vielfältige Weise ergänzen. Der Produktionsprozess ist auf einen klassischen Speyside-Stil ausgerichtet: eine relativ kurze Fermentationszeit fördert florale und fruchtige Noten, während die Brennblasen einen reinen und weichen Brand erzeugen, der ideal für die Reifung in unterschiedlichen Fasstypen geeignet ist.
In der heutigen Whisky-Welt hat sich Glen Moray einen festen Platz als eine der Destillerien mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis erobert. Sie gilt als hervorragender “Gateway-Whisky”, der sowohl Einsteigern als auch Kennern eine erschwingliche Möglichkeit bietet, den Einfluss verschiedener Fässer auf einen Single Malt zu erkunden. Die Qualität und Zugänglichkeit ihrer Abfüllungen haben der Destillerie zahlreiche internationale Auszeichnungen eingebracht. Glen Moray hat erfolgreich den Wandel von einem reinen Zulieferer für Blended Whiskys zu einer weltweit respektierten Single-Malt-Marke vollzogen, die für ihre Innovationsfreude und ihren unkomplizierten Charakter geschätzt wird.