Trinken für den Umweltschutz? Klingt verrückt, ist aber so! Um nachhaltig zu genießen, muss man nicht auf Geschmack verzichten. In Folge 78 – Trinken für die Umwelt stellen wir euch deshalb 2 Destillen vor, die verschiedene Projekte in den Bereichen Natur- und Umweltschutz unterstützen.
Namensgeber der ersten Destille, aus der wir einen Whisky probieren, ist der Yellowstone. Um an dieser Stelle nicht allzu viel zu verraten, sei einfach gesagt, dass ein Teil der Einnahmen dem gleichnamigen Nationalpark zu Gute kommen – holla die Naturparkfee! 😉
Da wir aber Diversität lieben, haben wir uns dazu entschieden, als zweiten Kandidaten einen Whisky zu wählen, der einen Bezug zum Wasser hat. Deshalb fiel unsere Wahl auf einen “etwas anderen Bourbon”, der seine Reifung nicht in einem herkömmlichen Brennereilager, sondern auf hoher See absolviert hat – dieser kommt aus der Jefferson’s Destillerie. Davon abgesehen, dass wir mit diesem Whiskey etwas für unsere Umwelt tun, sinnieren wir ein bisschen über die Auswirkungen von Schunkeln und Schwanken der Fässer auf dem Wasser. Keine Sorge, der Spaß kommt dabei nicht zu kurz.
Zu Wasser und zu Land
- Vanille
- würziger Roggen
- Leder
- ein Hauch Kirsche
- Kirsche
- Pfirsich
- geröstetes Karamell
- Langanhaltend
- weicher Eichenrauch
- brauner Zucker
- Butterscotch
- Vanilleschoten
- Karamellpopcorn
- geröstetes Karamell
- Piment
- weißer Pfeffer
- etwas Meersalz
- Zitronengras
- langes Finish
- fruchtige Eiche
- Pekannüsse
- Brot aus Sauerteig
Destillerie(n) der Folge im Überblick
Limestone Branch Distillery (Heimat von Yellowstone)
Inhaber
Luxco / MGP Ingredients
Gründungsdatum
2011 (Marke Yellowstone seit 1872)
Ø Liter Whisky pro Jahr
Nicht öffentlich bekannt
Master Distiller
- Stephen Beam
Dauerbrenner (Core Range)
- Yellowstone Select Kentucky Straight Bourbon
- Yellowstone American Single Malt
- Minor Case Straight Rye Whiskey
Die Geschichte von Yellowstone Bourbon ist tief in der amerikanischen Whiskey-Tradition verwurzelt und eng mit zwei der berühmtesten Destillateurfamilien verbunden: den Dants und den Beams. Die Marke wurde ursprünglich 1872 von J.B. Dant gegründet und nach dem Yellowstone-Nationalpark benannt, dem ersten Nationalpark der USA. Nach Jahrzehnten des Erfolgs und mehreren Besitzerwechseln wurde die Marke schließlich von Stephen und Paul Beam, direkten Nachfahren von J.B. Dant und Mitgliedern der berühmten Beam-Familie, wiederbelebt. Im Jahr 2011 gründeten sie die Limestone Branch Distillery in Lebanon, Kentucky, um das Erbe ihrer Vorfahren fortzuführen und Yellowstone Bourbon wieder zu altem Glanz zu verhelfen.
In der Limestone Branch Distillery wird Handwerkskunst großgeschrieben. Obwohl es sich um eine relativ junge Destillerie handelt, stützt sie sich auf generationenaltes Wissen. Für den Yellowstone Select Kentucky Straight Bourbon wird eine sorgfältige Auswahl von 4- und 7-jährigen Kentucky Straight Bourbons verwendet, die meisterhaft miteinander vermählt werden, um ein ausgewogenes und dennoch komplexes Geschmacksprofil zu erzeugen. Die Destillerie destilliert auch ihren eigenen Whiskey vor Ort und nutzt dabei eine Pot Still, was für die Bourbon-Produktion eher untypisch ist und den Whiskys eine besondere Tiefe verleiht. Dieses Zusammenspiel aus bezogenen (sourced) und selbst hergestellten Destillaten ermöglicht eine konstante Qualität und Komplexität.
Yellowstone hat sich in der modernen Bourbon-Welt als eine Marke etabliert, die sowohl Tradition als auch Qualität verkörpert. Die Wiederbelebung durch die Beam-Brüder wird als eine der erfolgreichsten “Comeback-Geschichten” der Branche angesehen. Die Marke ehrt ihre Wurzeln nicht nur durch den Namen, sondern auch durch eine Partnerschaft mit der National Parks Conservation Association, die sich für den Schutz der amerikanischen Nationalparks einsetzt. Der Yellowstone Select hat zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter Goldmedaillen bei der San Francisco World Spirits Competition, was seine herausragende Qualität und seinen festen Platz in der Welt des Bourbons unterstreicht.
Jefferson’s Bourbon (Blender & Veredler)
Inhaber
Pernod Ricard
Gründungsdatum
1997
Ø Liter Whisky pro Jahr
Nicht zutreffend (Blender/NDP)
Master Distiller
- Trey Zoeller (Gründer & Whiskey Maker)
Dauerbrenner (Core Range)
- Jefferson’s Ocean: Aged at Sea
- Jefferson’s Very Small Batch
- Jefferson’s Reserve Very Old
- Jefferson’s Pritchard Hill Cabernet Cask Finished
Jefferson’s Bourbon ist keine traditionelle Destillerie, sondern ein Pionier des “Blendings” und der experimentellen Reifung. Gegründet wurde die Marke 1997 von Trey Zoeller und seinem Vater Chet, einem bekannten Bourbon-Historiker. Die Zoellers, deren Familiengeschichte bis ins 18. Jahrhundert zurückreicht und eine der ältesten Whiskey-Destillateurinnen Kentuckys (Trey’s Ur-Ur-Ur-Großmutter) umfasst, verfolgten die Vision, die Grenzen der Bourbon-Herstellung zu erweitern. Anstatt selbst zu destillieren, konzentrieren sie sich darauf, die besten Whiskeys aus verschiedenen Destillerien in Kentucky zu beschaffen und durch innovatives Blending und einzigartige Reifungsprozesse außergewöhnliche Produkte zu schaffen.
Das herausragendste Beispiel für die Innovationskraft von Jefferson’s ist zweifellos die “Ocean: Aged at Sea”-Serie. Die Idee dazu kam Trey Zoeller an Bord eines Schiffes seines Freundes, als er beobachtete, wie der Whiskey in seinem Glas durch die Schiffsbewegung ständig in Bewegung war. Daraufhin begann er, Fässer mit ausgereiftem Bourbon auf Forschungsschiffe zu verladen, die die Weltmeere befahren. Auf dieser Reise überqueren die Fässer mehrmals den Äquator. Die ständige, sanfte Bewegung des Schiffes sorgt für einen maximalen Kontakt des Whiskeys mit dem Holz, während die extremen Temperaturschwankungen und die salzige Meeresluft den Reifeprozess dramatisch beschleunigen und dem Bourbon einzigartige Noten von Karamell, Salzlake und Toffee verleihen.
Jefferson’s hat die Wahrnehmung dessen, was ein Bourbon sein kann, nachhaltig verändert und die Bedeutung der Reifung (Maturation) in den Fokus gerückt. Während traditionelle Destillerien die Konsistenz betonen, zelebriert Jefferson’s die Neugier und das Experiment. Die Ocean-Serie, von der es mittlerweile über 20 verschiedene “Voyages” (Reisen) gibt, ist zu einem Kultprodukt geworden und hat eine Welle von experimentellen Finishes und Reifungen in der gesamten Branche ausgelöst. Jefferson’s beweist, dass man kein eigenes Destillat herstellen muss, um einen tiefgreifenden und preisgekrönten Einfluss auf die Whiskey-Welt zu haben, und wird für seinen Mut zur Innovation und die hohe Qualität seiner Blends hochgeschätzt.

[…] gleichen Zeit die Produktion ihres eigenen Whiskys begannen. Das Ganze bekommt sogar eine richtig nachhaltige Note, wenn die Destille in Texas beschließt, einen 18-Loch-Golfplatz zu kaufen, um dort eine noch […]